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cc2.tv-Fan-Club » CC2tv +CC2audio » Off-Topic » SGB II - Es geht um die Menschenwürde! » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
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Zum Ende der Seite springen   SGB II - Es geht um die Menschenwürde!
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Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »
Radiomicky Radiomicky ist männlich
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Dabei seit: 25.07.2007
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Radiomicky ist online
SGB II - Es geht um die Menschenwürde! Beitrag: beantworten | zitieren | editieren | melden       | Top

"Hallo" an alle Menschen und Bürger!

Ich weiß, dass ich mit meinem Beitrag hier ein "bisserl" weit ab vom Thema Computer bin (wobei einige Beamten in Ämtern ja wie Lemminge auch Computer bedienen müssen?!), doch aufgrund der aktuellen politischen Lage und Fakten, die gerade NICHT in den Nachrichten laufen, sind mir sehr wichtig mitzuteilen.
Es geht um das Grundgesetz und die darauf fußenden weiteren Gesetze, speziell die des SGB II.
Ich setzte auch ein bisschen auf Wolfgang Rudolphs politisches Interesse und seiner Meinung, an dem Beispiel in Zusammenhang mit dem Audiobeitrag 326 mit dem Thema "Meldegesetz".

Es hat sich in diesem Jahr viel getan, was Hartz IV angeht - besser gesagt, was das SGB II betrifft.

RALF BOES, ein Referent und Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative "Bedingungsloses Grundeinkommen e.V." in Berlin hatte im Juni 2011 einen Brandbrief verfasst, in dem er klarstellt, dass die verabschiedeten SGB II-Gesetze verfassungswidrig sind und gegen das Grundgesetz und die Menschenrechte verstoßen.
Somit ist z.B. die Unterzeichnung einer Eingliederungsvereinbarung (EGV/EinGV), welches ein "Schanddokument" unter Androhung von Hunger, Obdachlosigkeit und Folter (hiermit sind die Sanktionen gemeint. Kein Geld - kein Essen - keine Wohnung!) ein Instrument dafür ist, einen Hilfebedürftigen zu entmündigen. Er unterliegt dadurch nicht mehr seiner Bürgerrechte und des Grundgesetzes (Die Würde des Menschen ist unantastbar)!

Diesen Brandbrief hatte Ralf Boes persönlich an den damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff, Frau Dr. Angelika Merkel, Frau Ursula von der Leyen, dem Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit Dr. F.J. Weise und seinem Geschäftsfürer des Jobcenters in Berlin zukommen lassen, bzw. an die Pressesprecher der Politiker.

Welche Folgen und Reaktionen der einzelnen Personen und Instanzen daraus hervorgingen, beschreibt Ralf Boes in außerordentlicher Weise.
Auch seinen Brandbrief liest er in erklärender und verständlicher Weise vor.

Das Interview ist hier zu sehen:
http://www.youtube.com/watch?v=hc-banXWUs4

oder man gibt in Youtube "Ralf Boes" ein und schaut und hört sich noch folgende Beträge an:
- "17.02.2012 HARTZ4 ZIVILER UNGEHORSAM MIT RALPH BOES"
- "Übergabe des Brandbriefs von Ralph Boes "Die Würde des Menschen ist unantastbar""
- "KT No 51 - Ralph Boes - Hartz IV & Bedingungsloses Grundeinkommen"

Ich möchte mit meinem Beitrag hier nicht nur alle Betroffenen, die Leistung über ALG II beziehen ansprechen, sondern auch alle anderen, die in "Lohn und Brot stehen" oder die, die davor sind in ALG II abzurutschen.
Denn es bestehen immer noch Vorurteile über "Hartzler, die faul und asozial" seien!
Viele wissen nicht, dass die HARTZ IV-Reformen ein reines Lobbyistenwerk des damaligen VW-Vorstands "Peter Hartz" in Zusammenarbeit mit dem Altbundeskanzler Gehard Schröder waren, um mit China in den wirtschaftlichen Wettbewerb zu treten und damit dem NIEDRIGLOHNSEKTOR Tür und Tor zu öffnen!

Ich bitte Euch - nehmt die Zeit (Zeit ist das kostbarste, was der Mensch hat!) und macht Euch "wissend", damit Ihr Eure Rechte wahrt!

Ziel von Ralph Boes unter Mitwirkung vieler Betroffener ist es bis zum Bundesverfassungsgericht zu gehen, welches dann die meisten Gesetze des SGB II abschaffen muss!


Herzliche Grüße
Mike

"Wenn Unrecht zum Gesetz wird - wird Widerstand zur Pflicht!"

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Radiomicky: 13.08.2012 16:13.

13.08.2012 16:11 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Joachim Joachim ist männlich
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Joachim ist offline
SGB II oder Agenda 2010 Beitrag: beantworten | zitieren | editieren | melden       | Top

Hallo Radiomicky, ich kann deinen Unmut über das SGB II sehr gut verstehen, da ich auch meine, das das ein zutiefst menschenverachtenden Gesetzeswerk ist. Ich stimme Dir weitgehend zu, das die Hartzgesetze nur eines zum Ziel hatten, Schaffung eines Niedriglohnsektors und Förderung von Leiharbeit und prekärer Beschäftigung. Mit Hartz 4 hatte man schliesslich die gesetztliche Grundlage dafür geschaffen, Arbeitslose in jeden Job und sei er noch so schlecht bezahlt, zwingen und nötigen zu können. Zwingen? wird jetzt der eine oder andere fragen, ja natürlich, denn wer ein solches Arbeitsangebot ohne wichtige Gründe (das ist auch so ein Gummiparagraph, der nach Belieben oder Ermessen des jeweilige Beraters ausgelegt werden kann), ablehnt, hat harte Sanktionen zu erwarten. Diese Sanktionen sind im Jahre 2011 noch weiter verschärft worden. Beim ersten Vergehen wird um 30 % gekürzt, beim 2. um 60 % und beim 3. Mal fällt der Anspruch vollkommen weg. Menschenverachtender gehts nicht mehr, es sei denn man blickt 70 Jahre zurück.

Niemand hat offenbar von dieser einschneidenden Verschärfung Notiz genommen und in den Medien wurde auch nichts darüber berichtet. Hier werden Menschenrechte eindeutig mit Füssen getreten und Erwerbslose sind auf Gedeih und Verderb der Willkür ihrer Arbeitsberater oder Fallmanager ausgeliefert. In den allermeisten Fällen werden Widersprüche gnadenlos abgelehnt. Man lässt auch eindeutige Fälle mit voller Absicht in die Klage laufen, da man genau weiss, das die Meisten das finanziell und auch zeitlich gar nicht durchstehen können. Bis zu einer Verhandlung vor einem Sozialgericht können schon mal 2 Jahre oder mehr vergehen. Hier wird ganz bewusst auf Zeit gespielt, um unliebsame Arbeitslose regelrecht aus der Leistung zu schmeissen. Lapidar heisst es dann z. B. in abgelehnten Widerspruchsschreiben: Der "Widerspruch ist zulässig aber nicht begründet", damit wird so ziemlich alles abgeschmettert und in der Zwischenzeit werden Arbeitslose noch in unsinnige Massnahmen wie "Orientierung und Aktivierung" oder "Bewerbungsmanagement" u. ä. hineingesteckt, natürlich auch mit den üblichen Sanktionsandrohungen.

Eine ganze Industrie von Akademien, gGmbHs und Weiterbildungsanstalten ist so im Laufe der Jahre in Deutschland entstanden, die sehr gutes Geld mit der Not von Menschen verdient. Für jeden Arbeitslosen, der in eine solche Massnahme vermittelt wird, zahlt die Behörde ein monatliches ansehnliches "Kopfgeld", alles steuerfinanziert und der Clou, für die Dauer der "Massnahme" ist man nicht mehr arbeitslos. Also wird auch noch an der Arbeitslosenquote kräftig manipuliert. Dieser hier enstandene Sumpf aus Firmen und Behördenmischmasch, um das böse Wort mit dem grossen "K" nicht zu nennen ist geradezu ungeheuerlich, alles eine direkte Folge der Agenda 2010. Ebenfalls in diesem Zusammenhang hervorzuheben ist die Förderung der "Leiharbeit", die vor der Agenda allenfalls ein anrüchiges Hinterhofgeschäft war. Unter der Rot-Grünen Regierung wurde sie Dank Superminister Clement erst so richtig salonfähig gemacht. Kein Wunder, war oder ist er doch im Vorstand von Randstadt Deutschland, eine der grössten Leihfirmen in Deutschland und Europa. Jetzt mag jeder denken, was er will. Wohin der Zug fahren sollte, war also klar.

In der abschliessenden Analyse über die Agenda 2010 würde ich sogar noch weiter gehen und sagen, die Agenda 2010 war und ist ein Staatskomplott aller ersten Ranges, das in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands seinesgleichen sucht. Verfassungswidrig sind die Harzgesetze ohnehin in den allermeisten Passagen und machen aus Arbeitslosen Bürger 2. klasse mit eingeschränkten Grundrechten. Ich darf mal ein paar Beispiele nennen: Meldepflicht, eingeschränktes Schonvermögen, quasi Kasernierung am Wohnort, entfernen erst mit Antrag möglich und und und, wenn ich jetzt weiter aufzähle, würde das wohl den Rahmen sprengen. Ich denke dieses Gesetz ist ein Schande für Deutschland und ein Verbrechen an Menschen und der Menschlichkeit und hat meiner Meinung auch dem Ansehen unserer Nation in der Welt schwersten Schaden zugefügt. Eine solche Behandlung von Menschen in einer der reichsten Nationen der Erde ist zutiefst unwürdig und zu verachten.

So ich hoffe, ich bekomme keine Schelte von Wolfgang Rudolph für meinen zugegebenermassen scharfen politischen Beitrag, aber ich meine auch, das dieses Thema uns letztlich alle betrifft, nicht nur die, die bereits arbeitslos sind, das geht uns alle an!


Gruss Joachimebueb

Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von Joachim: 13.08.2012 18:56.

13.08.2012 18:45 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Limpede Limpede ist männlich
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Limpede ist offline
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oh man,klingt alles -was ich auch vertrete,warum sollte eine "Schelte" von WR-kommen-dass ist toleration-nun denn,ich füge nichts hinzu...

Gruß Limpede

Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Limpede: 13.08.2012 19:13.

13.08.2012 19:05 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Mart Mart ist männlich
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Mart ist offline
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Tolles Thema, kann ich alles nur aus meinem engsten Freundeskreis bestätigen, meine beste Freundin ist in die HartzIV-Fänge gerutscht nach einem Jahr Arbeitslosigkeit.
Sie kommt öfters mal zu mir, um Bewerbungen auszudrucken oder Nachweise, die die vom Amt sehen wollen, denn ein neuer Toner für ihren Drucker, davon kann sie nur träumen finanziell.
Sie hatte den Antrag Wochen vorher komplett ausgefüllt da abgeben wollen und sich einen Termin geben lassen, doch bei diesem Termin hat man sie mit allen Unterlagen wieder heim geschickt - das würde zeitlich gerade nicht so passen und für die Abgabe des Antrags gäbe es immer einen separaten Termin... und der wurde kurz vor knapp angesetzt und zu diesem habe ich sie begleitet.

Kontoauszüge der letzten 3 Monate sollte sie vorlegen von allen ihren Konten.
Durch die vom Amt herbeigeführte Verzögerung des Termins war es nun nur noch wenige Tage hin, bis sie mittellos wurde und die Miete nicht mehr pünktlich zahlen konnte.
Auch die Krankenkasse stieg ihr mittlerweile auf's Dach, sie wäre nun mit Ablauf des Monats nicht mehr krankenversichert.
Sie teilte der Fallbearbeiterin mit, daß sie mittellos sei, belegte das durch ihre Kontoauszüge.
Auch teilte sie mit, daß sie dringend zum Arzt muss wegen einer Venenentzündung im Bein, die langsam schlimmer wurde, daß sie schlecht längere Strecken laufen und stehen kann usw. und dringend auf das Monatsticket angewiesen ist, um zum Arzt zu kommen, und daß man sich doch bitte mit der Bearbeitung nicht so viel Zeit lassen solle. Interessierte die hinterm Schreibtisch alles nicht. "Ich mache die Gesetze nicht" kam als Antwort, dann wurden wir verabschiedet.
Dadurch, daß sie sich erstmal setzen mußte, bekam ich noch mit, daß erst nach 15 Minuten der nächste "Fall" hereingerufen wurde.
"Fallbearbeiter" - ein Job, der einen wahrlich mit Stolz erfüllen muss - finanziert durch uns alle - ich könnte k*tzen..

Die Zeit ging ins Land.. nach einer Woche ein Brief. Sie hätte ein Paypal-Konto, da bräuchte man noch den Auszug. Sie hatte sich im April (!!) mal etwas bei eBay ersteigert für 7 (!!) Euro.. das war auf ihrem Bankauszug ersichtlich und daher wüßte man nun, daß sie ein Paypal-Konto hat.
Ich habe ihr ihren Paypalauszug ausgedruckt und ihn für sie hingeschickt, da sie mittlerweile komplett pleite war und sich nichtmal mehr etwas zu essen leisten konnte.
Sie war schon mit den Nerven völlig am Ende und mittlerweile nicht mehr krankenversichert, hat sich nicht zum Arzt getraut aus Angst vor evtl Kosten und hatte Albträume deswegen und konnte kaum noch schlafen.
Ich muß dazu sagen, daß man telefonisch leider GARnichts erreicht bei denen, da landet man nur in Callcentern, die nix wissen und einen vertrösten.
Nach weiteren 14 (!!) Tagen kam wieder ein Brief, es würde jetzt aber noch der Nachweis fehlen, daß sie auch kein Guthaben auf dem Paypal-Konto "gehortet" hätte, der müsse noch nachgereicht werden, damit der Antrag bearbeitet werden kann (kein Witz!!).
Ich habe dann die Nacht bei Ihr verbracht, weil sie kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand und eigentlich längst mit der Auszahlung des ihr zustehenden Geldes gerechnet hatte.
Natürlich ging aus dem Auszug kein Guthaben hervor, weil der Kontostand NULL beträgt.
Mittlerweile drohte ihr Vermieter ihr mit Kündigung, denn mit der kürzlich erhaltenen Nebenkosten-Nachzahlung und der offenen Miete stand sie nun bei dem mit einem Betrag in der Kreide, der zwei Kaltmieten überstieg.
Zwischenzeitlich bekam sie natürlich fleissig Jobvorschläge geschickt .. als Packerin... Umzugshelferin, etc. und das, wo sie kaum laufen kann.

Mittlerweile ist sie in Behandlung und krank geschrieben und muss wahrscheinlich bald operiert werden an den Beinen. Das Geld hat sie mittlerweile nachgezahlt bekommen, obwohl ich nicht sicher bin, ob da nicht nochwas nachkommt, weil sie sich nicht auf die Jobs beworben hat, als sie pleite und physisch sowie psychisch am kollabieren war.. Augen rollen

Ich weiss nur eins: sollte mir das irgendwann drohen, werde ich mindestens 3 Monate vorher sämtliche Bankgeschäfte einstellen, bzw. nichts mehr über Konten, die mir gehören, laufen lassen.
Das einzige, was die da sehen werden ist Lohnzahlung - Barabhebung des Lohns und fertig. Paypal hab' ich nicht.
13.08.2012 21:29 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Gebby Gebby ist männlich
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Gebby ist offline
RE: SGB II - Es geht um die Menschenwürde! Beitrag: beantworten | zitieren | editieren | melden       | Top

Hallo,
ich bin (war) selber seit 1998 arbeitslos, somit HartzIV-Empfänger der ersten Stunde! Ich habe seit gestern einen Job, der mir Spaß macht.

Zitat:
Original von Radiomicky
Ich möchte mit meinem Beitrag hier nicht nur alle Betroffenen, die Leistung über ALG II beziehen ansprechen, sondern auch alle anderen, die in "Lohn und Brot stehen" oder die, die davor sind in ALG II abzurutschen.

Ich fühle mich angesprochen. Aber was möchtest du eigentlich? Das habe ich nicht genau rauslesen können. Nur Aufklären? Etwas spät, HartzIV ist inzwischen mehr als 7 Jahre alt.

Zitat:
Original von Radiomicky
Denn es bestehen immer noch Vorurteile über "Hartzler, die faul und asozial" seien!

Teils, teils. Aus eigenen Kontakten weiß ich, es gibt sie. Mein empfinden ist fifty/fifty.

Gruß

Fragen an einen (zum Glück ehemaligen) HartzIV-Empfänger? Her damit.
14.08.2012 19:58 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
highunix highunix ist männlich
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highunix ist online
RE: SGB II - Es geht um die Menschenwürde! Beitrag: beantworten | zitieren | editieren | melden       | Top

Zitat:
Original von GebbyMein empfinden ist fifty/fifty.

Wenn die Quote wirklich so hoch ist kann ich zumindest verstehen, dass die Sanktionen verschärft wurden.

Zu dem Thema "bedingungsloses Grundeinkommen"... nette aber völlig unrealistische Träumerei.
15.08.2012 08:05 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
MIG MIG ist männlich
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Hallo zusammen.

Darüber motzen ist billig und einfach. Aber wie sieht denn die Alternative aus? Wie könnte man denn sonst mit den, ich nenne sie mal "Hilfbedürftigen", umgehen? Wie kann man gnaden- und bedingungslos gegen das sozialschmarotzende Pack vorgehen ohne dabei die wirklich Hilfsbedürftigen zu belasten?

Unzumutubare Arbeit.
Dazu hatte ich bereits etwas geschrieben. Es muss einem jedem klar sein, wie viel Geld er zum leben braucht. Wenn der Job dieses Geld nicht liefert ist er ungeeignet, aber nicht unzumutbar. Steckt man in einem ungeeigenten Job ist es ebenso billig und einfach darüber zu klagen, wäre es nicht richtiger sich um etwas besseres zu bemühen? So unterscheiden sich Leistungsempfänger keineswegs von denen, die in Lohn und Brot stehen. Denn auch die suchen, in aller Regel, stets nach etwas Besserem.

Bitte vergesst nicht, dass alles irgendwie bezahlt werden muss. Unsere Gesellschaft fußt auf Arbeitsleitung. Pauschal von "Würde" zu sprechen ist anmaßend. Jeder empfindet seine eigene "Würde" anders. Das kann also kein Maßstab sein. So gesehen ist also auch Paragraph 1 des Deutschen Grundgesetzes ein Gummiparagraph.

Ich verstehe von diesem Thema zu wenig, habe keine Zahlen dazu und ehrlichgesagt schert es mich auch nicht. Daher verzeiht mir bitte wenn ich hier lediglich meine oberflächliche Meinung kund tue.

Dahinter steht ein einfacher Gedanke: Geld für Hilfsbedürftige, ja. Geld für sozialschmarotzer, nein.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von MIG: 15.08.2012 13:48.

15.08.2012 13:47 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Eddie
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Jeder, der Hilfe benötigt hat sie in diesem Staat zu bekommen.
Jeder, der diese Hilfe ausnutzt, hat hier absolut nichts mehr zu bekommen.
Jeder, der hilfebedürftig ist und soziale Leistungen bekommt, hat alles dafür zu tun, die Belastung für die, die zahlen, so gering wie möglich zu halten. IMHO hat er jeden, aber absolut jeden in Deutschland erlaubten Job anzunehmen um Geld zu verdienen und die Sozialkasse zu entlasten. Bekommt er keinen Job, so hat er gemeinnützige Arbeiten zu leisten. Sei es Parkanlagen zu reinigen oder alte Leute zu besuchen um etwas Zeit mit denen zu verbringen. Von mir aus soll er ins Krankenhaus gehen und den Kindern Geschichten vorlesen.
Die einen sind so sozial und helfen den anderen, diese müssen aber auch alles tun, um diese Hilfe möglichst gering zu halten.

Eddie
15.08.2012 16:30 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Lutz G
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Lutz G ist offline
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@Mike & Co

Sehr interessante und erschütternde Berichte. Vielen Dank fürs Posten!

Sowas passiert IMO wenn (wie in den booring 90s (TM)) kaum noch auf die Straßen gegangen wird um zu protestieren. Ich habs z.B.auch beim Studium in den 90s in Berlin bemerkt, als kaum noch Kommilitonen bereit waren gegen die Verschlechterung der Studienbedingungen zu protestieren. Zitat: "Dann verliere ich ja ein Semester".
Sowas wie ALG II einzuführen wäre IMO z.B. in den frühen 1980s (wenn überhaupt) nur unter größten Protesten möglich gewesen.

Und nochmal zu Erinnerung. Die Grünen (!) haben Hartz IV mit auf den Weg gebracht.

Besonders beschämend ist IMO die Hetze in BLÖD über die ALG-II-Empfänger.


Lutz

Dieser Beitrag wurde 4 mal editiert, zum letzten Mal von Lutz G: 15.08.2012 16:42.

15.08.2012 16:32 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
MIG MIG ist männlich
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Eddie bringt die Sache auf den Punkt. So wie er es schreibt sollte es sein.

Bleibt noch die Frage nach der "unwürdigen Arbeit", welche es nach meiner Auffassung nur geben kann, wenn sie auch vom Arbeitenden als unwürdig empfunden und trotzdem akzeptiert wird.

@Lutz
Wir protestieren nicht mehr, weil wir einfach satt sind. Wir sind sowas von pappsatt in unserem Leben, dass uns nichts mehr juckt. Stammtischparolen hauen wir noch gerne raus, aber wirklich protestieren? Nein... wir sind satt, uns geht es gut.
15.08.2012 16:37 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Eddie
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Eddie ist online
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Mit dem "absolut jeden erlaubten Job" war ich wohl etwas zu schnell. Es gibt in der Tat Jobs, die erlaubt sind, die ich ausnehmen würde.
Selbst TV Moderator kann gegen die Würde einer Person sein, wenn diese beispielsweise stottert o.ä.
Nicht gegen die Würde eines Menschen verstößt meiner Meinung nach Reinigungskraft auf einem WC oder Müllabfuhr.

Eddie
15.08.2012 16:58 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Lutz G
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Lutz G ist offline
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Zitat:
Original von Lutz G
Besonders beschämend ist IMO die Hetze in BLÖD über die ALG-II-Empfänger.


Siehe auch hier

BILD Dir selbst eine Meinung (07.02.2012, Wolfgang Back)


Zitat:
Original von highunix
Wenn die Quote wirklich so hoch ist kann ich zumindest verstehen, dass die Sanktionen verschärft wurden.


BTW (aus obigem Link):

-snip-

(...)

Tatsächlich habe es nur einen ganz leichten Anstieg der Sanktionsquote in Hartz IV von 3,1 auf 3,4 Prozent gegeben, der jedoch nichts mit Missbrauch oder Trickserei zu tun habe, sondern überwiegend auf Meldeversäumnisse zurückzuführen sei, wie die Statistiken der Bundesagentur für Arbeit belegen. „Hier geht es nicht um mutwilligen Missbrauch, sondern ganz alltägliche Versäumnisse wie beispielsweise das Vergessen eines Termins“, so Schneider.

-snap-

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Lutz G: 15.08.2012 21:18.

15.08.2012 21:03 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
highunix highunix ist männlich
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highunix ist online
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Bei solchen Einschätzungen vertraue ich eher Leuten, die selber betroffen sind.

Und was die Bundesagentur für Arbeit angeht.
Naja wer sich auf die verlässt ist schon ein Kandidat für Langzeitarbeitslosigkeit.
Meine Erfahrung aus Bekanntenkreisen sagt, dass es wesentlich effizienter ist sich selber um einen Job zu kümmern. Da gabs Fälle, da arbeitete man schon bei einem neuen Job und dann kamen sinnloser Weise die ersten Angebote vom Arbeitsamt.

Und dann wird um die Vermittlungszahlen zu schönen an Zeitarbeitsfirmen vermittelt.
Nee nee nee... traurig
16.08.2012 09:39 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
d.-debilo d.-debilo ist männlich
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d.-debilo ist offline
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Zitat:
Original von Mart
Tolles Thema, kann ich alles nur aus meinem engsten Freundeskreis bestätigen, meine beste Freundin ist in die HartzIV-Fänge gerutscht nach einem Jahr Arbeitslosigkeit.
Genau solche Berichte und Erfahrungen sind es, die mich zum Anhänger des bedingungslosen Grundeinkommens machen. (ich kann nicht genug essen, wie ich ko..en möchte) Die zu alimentierenden Arbeitslosen zu beiden Seiten der Schreibtische in den Jobcentern (denn auch deren "Arbeits"plätze sind letztlich nix anderes als im Kern völlig überflüssige Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, das wird nur immer übersehen) machen sich gegenseitig das Leben schwer, die Mächtigeren allerdings den Schwächeren teilweise zur Hölle - bis in den Selbstmord!

Die Aussage, dass große Teile der Arbeitslosen keine Lust zur Arbeitsaufnahme haben ist doch völlig logisch. Die Anderen haben ja inzwischen immer mehr Jobs angenommen, egal, ob es ihrer Qualifikation entsprich, ob sie mit dem Lohn auskommen oder nicht. Je mehr Leute in prekären oder anderen Beschäftigungsverhältnissen untergebracht werden, desto höher der Anteil der tatsächlich hartnäckig "Arbeitsunwilligen" und der Trickserkönige unter den verbleibenden gemeldeten Arbeitslosen.

Aus eigener leidvoller Erfahrung als ehemaliger Arbeitgeber plädiere ich dafür, die Arbeitsunwilligen oder Über- /Falschqualifizierten mit bedingungslosem Grundeinkommen zu alimentieren. Es ist besser, sie mit interessanten Fernsehprogrammen und Freizeitveranstaltungen jeglicher Art davon abzuhalten in den Unternehmen, in die sie zwangsbearbeitet werden Schaden anzurichten oder in ihrer Freizeit anderen Unfug zu machen. Das wäre gesellschaftlich wesentlich günstiger. (Zwei von diesen arbeitsunwilligen Zwangsbearbeiteten reichen aus, ein kleines, an sich gesundes Unternehmen durch Arbeitssabotage in die Insolvenz zu jagen!)

Die in den Jobcentern "angestellten" Leute könnten statt ihren Sadismus und ihre Machtgeilheit ("ich sage nicht sofort beratend, dass ich auch die Auszüge von Deinem Paypal Konto brauche, damit ich genießen kann, wie Du Unwissender in die von mir absichtlich offen gelassene Falle trampelst und ich dich ins Messer laufen lassen kann" - pfui Deibel! Eines der tagtäglich verübten Verbrechen mit erheblichen Folgeschäden für das Opfer, für die es leider keinen Straftatbestand gibt) auszuagieren endlich selbst sich um Arbeit bemühen und würden endlich nicht mehr vom Staat alimentiert. Nebenbei würden auch die Löhne für notwendige, aber gesellschaftlich wenig angesehene Tätigkeiten in Höhen steigen, die es ermöglichen, davon seine Familie zu ernähren.

Das haben inzwischen auch Politiker in der Union kapiert. Das bedingungslose Grundeinkommen wird bereits eingeführt. Gaaanz langsam, aber sicher. Und das ist gut so. Es fängt an bei der Aufstockrente: http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/...tockrente-kommt

Das läuft ähnlich wie mit dem Mutterschaftsurlaub. Erst nur von einzelnen Vordenkern und Kommunisten gefordert, dann stickum von der Union übernommen später als großer gesellschaftlicher Erfolg gefeiert...

Dickbrettbohrende Grüße

d.-debilo
16.08.2012 14:49 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
highunix highunix ist männlich
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highunix ist online
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Zitat:
Original von d.-debilo
Es fängt an bei der Aufstockrente: http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/...tockrente-kommt

Puh... auf dieser Internetseite habe aber einige Beiträge schon den Touch von Verschwörungstheorien.
16.08.2012 15:40 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
d.-debilo d.-debilo ist männlich
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d.-debilo ist offline
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Zitat:
Original von highunix
Puh... auf dieser Internetseite habe aber einige Beiträge schon den Touch von Verschwörungstheorien.

...dann nimm doch den Bericht im Focus - garantiert frei von Verschwörungstheorie Augenzwinkern
http://www.focus.de/finanzen/altersvorso...aid_800709.html

Das war aber auch nicht eigentlich das Thema, diente nur als Beispiel für die beginnende Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens.

Unverschworene Grüße
d.-debilo
16.08.2012 18:02 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Humfrey
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Humfrey ist offline
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Tut mir leid, ich kann in diesen beiden Artikeln keinerlei Anzeichen von bedingungslosen Grundeinkommen erkennen. (Betonung liegt bewußt auf bedingungslos!)

Das einzige, was ich da herauslese: Die Stoppschild-Ursel feilt an ihrem Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2013.

Sie möchte unter einigen Bedingungen (zum Beispiel lebenslang gearbeitet, aber auf wen der sozial schwachen Mitbürger wird das zutreffen?) einer kleinen Gruppe von zukünftigen Rentnern mit zukünftiger Mini-Rente (unterhalb Hartz4-Niveau und somit automatisch auf Hartz4-Niveau zwangsaufgestockt) eine etwas größere Mini-Rente (auf zukünftig knapp oberhalb Hartz4-Niveau) auf Kosten des Steuerzahlers gewähren.

Stoppschild-Kanzlerin, ick hör dir trapsen, sag ich nur!

Sie wird aber bei diesem Projekt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit aus den eigenen Reihen ausgebremst werden, da mit dieser Aufstock-Rente die (für die Versicherungen und Banken) lukrativen Riesterverträge der Geringverdiener unattraktiv werden. Da wandern dann also ein paar schwarze Koffer über den Tisch, und alles bleibt wie es war.

Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von Humfrey: 16.08.2012 21:05.

16.08.2012 20:47 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
d.-debilo d.-debilo ist männlich
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d.-debilo ist offline
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Zitat:
Original von Humfrey
Tut mir leid, ich kann in diesen beiden Artikeln keinerlei Anzeichen von bedingungslosen Grundeinkommen erkennen.
Genau so soll es ja auch sein. Lange soll es niemand merken, dann wird umgeschaltet und das ganze dann bestehende Gesetz muss nur noch nach und nach aufgebohrt werden. Das dauert halt seine Zeit. Manche dicke Bretter werden so durchgebohrt. Aber natürlich kann ich mich auch irren.

Abwartend grüßt
d.-debilo
17.08.2012 00:30 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Joachim Joachim ist männlich
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Hallo Humfrey, ja, die Ursel ist schon sehr speziell, ihre Dummheit wird eigentlich nur noch von ihrer absoluten Bosheit übertroffen, ich bewundere die konzeptionelle Reinheit ihrer geistigen Er- (Auf-)güsse, geboren, um Menschen zu belügen, zu betrügen und zu quälen und dann das Ganze noch als "tolle Errungenschaft" zu verkaufen. In Wahrheit ist die ja auch nur´n armes Würstchen an der Leine von "es Ang...", wie die anderen Doofnasen in dem Gruselkabinet auch. - Kommt mir alles vor wie vor 5000 Jahren,
Pharao spricht: "So soll man es schreiben, so soll es geschehen..."


Gruss joachimgroßes Grinsen

PS: Ich mache mal wieder ein schönes Satirebild über den ganzen Verein, Ang... mit Pharaomütze getragen in einer Sänfte auf den Knochen von armen geschundenen Menschen. Die "von der Le..." und " Rö...." laufen an der Leine wie zwei Pintscher vorne weg, die Idee kam mir gerade in den Sinn. Wer die Sänfte trägt weiss ich noch nicht so genau, aber da fällt mir sicher noch was ein, natürlich alles im besten Photorealismus!

So ein ähnliches Bild habe ich schon begonnen, ist aber noch im Entwurfstadium, wen das interessiert, der kann es sich ja mal ansehen, ist im Anhang.

Dateianhang:
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Dieser Beitrag wurde 4 mal editiert, zum letzten Mal von Joachim: 18.08.2012 13:43.

18.08.2012 13:23 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Radiomicky Radiomicky ist männlich
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Themenstarter Thema begonnen von Radiomicky

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Hallo,

ich melde mich zurück und bedanke mich für Eure Fallbeispiele und Kritiken!

Es wurde ja schon das "Bedingungslosen Grundeinkommen" erwähnt.
Einige halten das für Träumerei - andere halten es für gut.

Das wir schon längst die finanziellen Mittel haben, so ein Einkommen zu finanzieren, steht der Rechnung gegenüber, dass der Staat für Sozialausgaben jährlich über 1 Billion Euro ausgibt und für das BGE 960 Milliarden Euro für 80 Millionen Bürger Deutschlands in Frage kommen würde...

Mit der derzeitigen Haltung von Lobbyisten und der Politik und Wirtschaftsbossen kommt es so oder so zu einem Crash und dann gilt es eine neue Gesellschaft auf DAS WOHL JEDES EINZELNEN (Verfassung) zu bilden.


Ausfühliche Beiträge zur Idee, Umsetzung und Folgen des BGE sind hier von RALF BOES in einem Vortrag (3 Teile) interessant dargestellt:

http://www.youtube.com/watch?v=_NZfPMp1Ug8

http://www.youtube.com/watch?v=igdyMyLF0Gk

http://www.youtube.com/watch?v=pOYO7KyaWHw


Mit gerechten Grüßen
Mike


PS.:

Wer sich das niederländische Rentensystem, welches sich in meinen Augen als sozialer erweist, kann sich dieses Dokument mal durchlesen mit dem Aufmerk auf S. 9, 2.1 in bezug auf das "AOW". Klingt wie "Grundeinkommen"...:

http://www.pensioenfederatie.nl/Document...lige_versie.pdf

Dieser Beitrag wurde 4 mal editiert, zum letzten Mal von Radiomicky: 18.08.2012 14:55.

18.08.2012 14:35 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
MIG MIG ist männlich
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Hallo Radiomicky und alle anderen, die gerne mit Videolinks hier arbeiten.

Was hält Euch davon ab, die wichtigen Passagen hier in Textform zu zitieren? Mag vielleicht eine Marotte von mir sein, aber ich folge keinerlei Links zu Video- oder Audiobeiträgen um mich dort Sekunde für Sekunde durchzuarbeiten. Seid doch so gut und schreibt hier genau die Stellen, um die es Euch geht.

Da ich mich nicht durch die Links gearbeitet habe fehlen mir möglicherweise ein paar Informationen, die ich nun durch Fragen erwerben möchte:

Was bedeutet das "Bedingungslos" in der Phrase "Bedingungsloses Grundeinkommen"?

Woran soll sich das "Grundeinkommen" bemessen?

Wäre es nach den Vorstellungen möglich, dass beispielsweise ein heutiger 400-Euro Job nach den Ideen des Bedingungslosen Grundeinkommens ein Einkommen generieren müsste, von dem ein Mensch leben könnte? Und wenn ja: Wäre der Arbeitgeber derjenige, der diese nennen wir es mal "Aufstockung" zahlen müsste?
18.08.2012 15:03 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
d.-debilo d.-debilo ist männlich
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Zitat:
Original von MIG
Was bedeutet das "Bedingungslos" in der Phrase "Bedingungsloses Grundeinkommen"?

Na eben ohne an eine vom Empfänger zu erfüllende Bedingung geknüpft zu sein (worin auch schon ein riesiger Batzen der Finanzierung liegt: Die Kontrolleure und Verwalter des bisherigen Systems werden in großem Maß überflüssig und müssen nicht mehr wie bisher mit Gehältern finanziert werden, die ihrer Produktivität in keiner Weise entsprechen). Lediglich das Leben an sich berechtigt bereits zum Bezug dieses Grundeinkommens. Auch wer Millionär ist oder auf einem Korkbett liegt und sich sicher nicht mehr auf Shoppingtour begibt bekommt ohne Ansehen der Person dieses Grundeinkommen. Kein Zeit totschlagen mehr für die nutzlosen Mitarbeiter der Jobcenter und Sozialämter, aber auch keine Zeitvernichtung mehr für Arbeitslose, die keine Arbeit suchen. Dafür mehr vermittelbare und engagierte Leute, die sich ihren Beruf nach Neigung, Fähigkeiten und finanziellen Ansprüchen tatsächlich wählen.

Zitat:
Original von MIG
Woran soll sich das "Grundeinkommen" bemessen?
An der Möglichkeit zur Teilhabe am Leben in unserer Mitte, ohne durch den Makel offensichtlicher Armut aufzufallen, oder ausgegrenzt zu werden. Derzeit vergleichbar mit der Sozialhilfe aber eben ohne Bedürftigkeitsprüfung.
Heißt aber nicht: Jedem seinen Mercedes vor der Tür und ein Häuschen im Grünen. Dafür muss nach wie vor mehr gearbeitet oder geleistet werden. Aber es könnte nicht mehr mein Einkommen fehlen, weil ich einen Termin des Jobcenters nicht wahrgenommen habe usw.

Zitat:
Original von MIG
Wäre es nach den Vorstellungen möglich, dass beispielsweise ein heutiger 400-Euro Job nach den Ideen des Bedingungslosen Grundeinkommens ein Einkommen generieren müsste, von dem ein Mensch leben könnte? Und wenn ja: Wäre der Arbeitgeber derjenige, der diese nennen wir es mal "Aufstockung" zahlen müsste?
Nein, das Grundeinkommen steht in keinerlei Zusammenhang mit dem Einkommen aus einer wie auch immer gearteten Berfustätigkeit des Einzelnen. Das bekommt jeder der arbeitet zusätzlich zum Grundeinkommen, und es wird nichts verrechnet. Lediglich die Umsatz- / Mehrwertsteuer würde in einem solchen System erheblich höher liegen Berechnungen gehen derzeit von bis zu 50% aus.

Die Arbeitgeber und alle anderen Steuerzahler beteiligen sich wie übrigens bisher auch an den daraus entstehenden Kosten im Rahmen ihrer Steuerpflicht, sofern sie sich nicht durch Steuerhinterziehung auf die selbe asoziale Stufe stellen wie die bisherigen Trickserkönige auf Seiten der Leistungsempfänger (die es dann aber systembedingt in diesem Zusammenhang nicht mehr geben kann).

Die Idee ist dahinter vor allem, dass die Arbeit um so lieber und vor allem letztlich betriebswirtschaftlich produktiver gemacht wird, wenn sich Menschen ihre Tätigkeit frei wählen können und sich dort frei entfalten können. Anders als im bisherigen System wird die "Sabotage" durch frustrierte udn innerlich schon gekündigt habende Mitarbeiter eingedämmt und Gehälter werden auch für bisher schlecht bezahlte Tätigkeiten in ausreichender Höhe gezahlt, da sonst niemand dazu bereit wäre. Auch Krankheitskosten durch Burn Out und Co. dürften dann wohl mehr und mehr der Vergangenheit angehören. Es gibt ja nicht mehr den existenziellen Grund für Selbstausbeutung bis zum letzten.

Bestes Beispiel für die Richtigkeit dieser These ist der CC2. Hier wird exemplarisch gezeigt, wozu Menschen in der Lage sind, wenn sie an einer Sache Freude haben und die Sache nicht nur zum Broterwerb machen.

Es könnte dazu führen, dass viel mehr Menschen erfolgreich ihr Hobby zum Beruf machen, sich um wirklich wichtige gesellschaftlich notwendige Dinge kümmern können und damit letztlich allen dienlich sein können.

Wer mehr haben, kaufen und konsumieren will, darf das Mehr haben! Keine Neiddebatten mehr, sondern mehr ehrliche Anerkennung für die, die für sich und die ihren mit ehrlichen Löhnen und Angeboten mehr als andere erreicht haben.

Siehe in diesem Zusammenhang auch die "ehrenamtlichen" Tätigen aus der Schaar der Rentner. Die machen das gerne, und es ist die Anerkennung und das "Gebrauchtwerden" wichtiger, als ein möglichst großes Gehalt und ein nutzloses SUV vor der Tür.

Grüße
d.-debilo
18.08.2012 15:55 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
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"Das bekommt jeder, der arbeitet, zusätzlich zu seinem Einkommen".

Okay, danke für die Aufklärung. Immerhin kommt hier das Wort "arbeiten" vor. Ich gebe zu, ich war bisher auf dem falschen Dampfer. Dachte, das wirklich jeder, ob nun in Arbeit oder nicht, dieses Grundeinkommen erhalten soll.

Die Theorie birgt aber doch auch die Gefahr, dass eben jeder dazu verleitet wird nur noch das zu tun, was er möchte. Leider sehe ich da für Deutschland ziemlich schwarz. Was würde denn aus den unangenehmen Notwendigkeiten werden wie Müllabfuhr und Kanalarbeiten?

Natürlich gefällt mir die Idee, dass man sich gefühlt einfacher und ungehemmter selbst verwirklichen könnte, weil die finanzielle "Panik" nicht permanent herrscht. Aber Arbeiten, die getan werden MÜSSEN, die müssen einfach getan werden. Und zwar jetzt und heute.
Wenn sich ein engagierter Tüftler eine automatische Müllabfuhr und die selbstreinigende Kanalisation mal erfunden hat ist das zwar schön, aber bis dahin muss da "Hand" angelegt werden.

Ich verstehe den guten Willen und den guten Gedanken hinter diesem Grundeinkommen. Aber wir reden von Menschen. Und die können nicht nur schrecklich hilflos, sondern auch schrecklich selbstsüchtig und hinterlistig sein. Meiner Meinung nach tut Kontrolle Not. Wir sind noch nicht soweit, dass wir behaupten könnten wir würden alle verstehen was richtig und wichtig ist.
18.08.2012 19:51 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
d.-debilo d.-debilo ist männlich
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Zitat:
Original von MIG
Immerhin kommt hier das Wort "arbeiten" vor. Ich gebe zu, ich war bisher auf dem falschen Dampfer. Dachte, das wirklich jeder, ob nun in Arbeit oder nicht, dieses Grundeinkommen erhalten soll.
Nein, Dein Dampfer war genau richtig! Ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Das Grundeinkommen wird an jeden Menschen gezahlt, egal, ob er arbeitet oder nicht - eben bedingungslos (Außer der Staatsangehörigkeit).

Zitat:
Original von MIG
Die Theorie birgt aber doch auch die Gefahr, dass eben jeder dazu verleitet wird nur noch das zu tun, was er möchte.
Genau das ist der Sinn des Ganzen! Wieso Gefahr? Das ist der besondere Charme der Veranstaltung: Entweder die Arbeit macht mir wirklich Freude (Autofahrgeile Typen wie ich werden Kurier oder Trucker) oder aber die Tarife steigen derart, dass die Zahlen auf dem Gehaltszettel für Motivation und Freude sorgen (Klo putzen bei McIrgendwas nix mehr für 3,50 € Std. sondern vielleicht für 15€ weil es sonst niemand mehr macht).

Zitat:
Original von MIG
Was würde denn aus den unangenehmen Notwendigkeiten werden wie Müllabfuhr und Kanalarbeiten?
Die würden endlich zu Tarifen erledigt, bei denen die Anerkennung für die geleistete "niedrige" aber nützliche Arbeit und die Lohnabrechnung für Freude sorgt (wei z.B. Arbeiten auf ner Ölbohrinsel oder idiotisch vor dem Computer sitzen und bis in die frühen Morgenstunden wie ein Blöder zu programmieren...).

Zitat:
Original von MIG
Natürlich gefällt mir die Idee, dass man sich gefühlt einfacher und ungehemmter selbst verwirklichen könnte, weil die finanzielle "Panik" nicht permanent herrscht.
Na also. Genau darum geht es doch. Menschenwürdiges selbstbestimmtes Arbeiten ohne existenziellen Terror.

Zitat:
Original von MIG
Aber Arbeiten, die getan werden MÜSSEN, die müssen einfach getan werden. Und zwar jetzt und heute.
Eben. nd unter dann fairen Bedingungen gibt es für diese Arbeiten dann auch den fairen Lohn. Und wenn sich niemand findet, muss esben noch ne Schippe draufgelegt werden. Das ist eben Marktwirtschaft! Angebot und Nachfrage zu dann fairen Bedingungen. Wer sollte da etwas dagegen haben?

Zitat:
Original von MIG
Wenn sich ein engagierter Tüftler eine automatische Müllabfuhr und die selbstreinigende Kanalisation mal erfunden hat ...
Mit einer derartigen Erfindung ließe sich dann natürlich entsprechend Kohle machen. Die Zeit kann sich ja dann jeder so lange nehmen, wie er will. Er wird jedenfalls deshalb vorher nicht verhungern oder aus seiner Wohnung fliegen.

Zitat:
Original von MIG
Ich verstehe den guten Willen und den guten Gedanken hinter diesem Grundeinkommen. Aber wir reden von Menschen. Und die können nicht nur schrecklich hilflos, sondern auch schrecklich selbstsüchtig und hinterlistig sein. Meiner Meinung nach tut Kontrolle Not.
Sorry, ich habe keine Lust, irgendwelche sadistisch veranlagten Kontrollettis und Blockwarte zu finanzieren. Lieber gebe ich das Geld freiwillig ohne weitere Kontrolle an Menschen udn überlasse es ihnen, ob sie dazu noch mehr arbeiten wollen oder nicht. Faule, sadistische und inkompetente Idioten in den Ämtern und Jobcentern haben wir lange genug ertragen, ebenso wie die Trickserkönige! Schluss damit.


Zitat:
Original von MIG
Wir sind noch nicht soweit, dass wir behaupten könnten wir würden alle verstehen was richtig und wichtig ist.
Wenn wir wollten, wären wir schon viel weiter. Es muss nicht jeder alles verstehen und begreifen. Es reicht, wenn ein System funktioniert und möglichst viele Menschen zufrieden macht, in dem wir uns aufhalten.
18.08.2012 20:26 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Joachim Joachim ist männlich
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Hallo Mig, ich gebe Dir ja in vielen Punkten Recht, wir sind nun einmal nicht so selbstlos wie in der Serie Startrek, wo sich jeder für den anderen aufopfert und es kein Geld mehr gibt und alle für die gute Sache kämpfen und lauter so ein Zeug. - Schade, würde ich jetzt mal sagen, das der Mensch, wie er heute nunmal ist noch nicht soweit ist, würde uns bestimmt gut tun und manchen Frust ersparen.

Aber und das kann ich hier gar nicht so fett in die Tastatur hauen, wie ich das eigentlich möchte, der Weg, der seit 2004 auf dem deutsche Arbeitsmarkt betrieben wird ist nach meinem Dafürhalten grundsätzlich der Falsche. Die ganze Arbeitsvermittlung beruht Dank der Agenda 2010 einzig allein auf Druck, Druck und nochmals Druck. Von Förderung kann wenn überhaupt nur in Ausnahmefällen die Rede sein. Hier geht es prinzipiell nur um Vermittlung in prekäre Beschäftigung, als da wären: Minijobs. 400 Euro jobs, Leiharbeit, Leiharbeit und nochmals Leiharbeit. Andere Prioritäten gibt es nicht. Spielt der Delinquent ( Arbeitslose) nicht mit, werden die üblichen Kanonen des Sanktionskataloges ausgepackt und mit Feuereifer und nicht selten Sadismus in oft ungerechtfertigter und völlig überzogener Weise angewandt. Die Vermittler bei der Behörde sind mit überproportionaler Macht ausgestattet worden, das ist der sogeannte Ermessensspielraum.

Eigentlich müsste man das " Willkür" nennen. Seit April 2011 ist der Abstrafungskatalog nochmals verschärft worden, ohne das auch nur einer den Mund aufgemacht hätte, geschweige denn darüber aufgeklärt hätte. Das ist alles in gewohnter Manier von ein paar Figuren im Hinterzimmer vom Bundestag abgenickt worden, "Business as Usual" könnte man da wohl sagen, oder wie andere das formulieren "Basta-Politik". Da kann man sich ja gleich von der Brücke stürzen, was sicher schon einige gemacht haben. Schlimmer kann man es nicht mehr machen, es sei denn man blickt lange zurück in der deutschen Geschichte, ich muss das nochmal erwähnen, auch wenn ich mich jetzt wiederhole.

Im Übrigen ist niemand besonders motiviert, wenn er zu einer Tätigkeit gezwungen wird, die erstens sehr schlecht bezahlt wird und man in den allermeisten Fällen als Ausbeutung und Versklavung bezeichnen kann. Man muss sich mal in die Lage der Menschen versetzen, die so einen Mist angeboten bekommen, obwohl sie einen Facharbeiterbrief besitzen und oftmals sogar mehrere Ausbildungen vorweisen können. Der Behörde ist das egal und forciert sogar noch die Ausbeutung im grossen Stil durch unverhohlene nicht einmal verdeckte "Zusammenarbeit" und "Absprache" mit Zeitarbeitsunternehmen, gGmbHs, Stiftungen und Bildungsakademien.

Das ganze was hier im Laufe der Jahre entstanden ist, ist ein unglaublicher Morast, der zum Himmel stinkt, alles auch noch steuerfinanziert, wollte ich noch erwähnen. Der Steuerzahler subventioniert Leihfirmen, durch Aufstockung von Dumping-Löhnen und das schon jahrelang. Klar, der Wirtschaft gefällt das Modell und möchte es nicht mehr missen uns so läuft die Spirale der Ungerechtigkeit und Menschenverachtung weiter und weiter. Diejenigen, die nicht davon betroffen sind, interessiert das in aller Regel wenig, haupsache das Leben läuft in gewohnten Bahnen weiter, das soll jetzt kein Vorwurf sein, so ist die menschliche Natur eben. Wenn diese Ungerechtigkeiten nicht gestoppt werden, hat diese Gesellschaft ein ernstes Problem, irgendwann wird sich der Unmut Bahn brechen. Eine demokratische Gesellschaft, die solche himmelsschreienden Missstände und Verwerfungen duldet, ist nicht als demokratisch oder frei zu bezeichnen und wird eines Tages den Preis dafür bezahlen müssen. Eigentlich braucht man sich nur mal mit der jüngeren Geschichte befassen, dann kennt man die Antwort und auch die Richtung in die es geht.
Das alte Rom ist letztlich im Wesentlichen auch an der Dekadenz und Ungerechtigkeit gegenüber seinen Untertanen zugrunde gegangen.

Au mann, das war jetzt wieder so ein Aufsatz, man möge mir verzeihen, ich möchte mich hier auch gar nicht so sehr als Moralist aufspielen, aber allein die Logik und der Verstand sagen mir, das es auf Dauer nicht gut gehen kann, eine 2 oder 3 Klassengesellschaft zu betreiben, in der die ein paar wenige alles haben und der Rest, oder neudeutsch der "Bodensatz" hat nichts und frist den Putz von der Wand.


Gruss joachim

Dieser Beitrag wurde 5 mal editiert, zum letzten Mal von Joachim: 18.08.2012 21:40.

18.08.2012 20:55 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
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Zitat:
Original von Joachim
wir sind nun einmal nicht so selbstlos wie in der Serie Startrek, wo sich jeder für den anderen aufopfert und es kein Geld mehr gibt und alle für die gute Sache kämpfen und lauter so ein Zeug. -


Ja ich glaube auch, dass die Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens das völlig falsch einschätzen. Schon die Bezeichnung ist problematisch gewählt und impliziert, dass es im Zweifelsfall eben auch ohne Arbeit geht.
Aber Du hast schon Recht Joachim. Es wäre eine schöne Welt, wenn die Leute eine große soziale Kompetenz hätten. Dann würde auch der Kommunismus funktionieren.
Allen gehört alles und keinen stört es. Aber leider ist der Mensch nunmal nicht so.
19.08.2012 09:58 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
highunix highunix ist männlich
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Zitat:
Original von d.-debilo
...dann nimm doch den Bericht im Focus - garantiert frei von Verschwörungstheorie Augenzwinkern

Wer liest den sowas. Da kannste auch die Bild als Beispiel für seriöse Berichterstattung nehmen. ebueb
19.08.2012 10:01 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
d.-debilo d.-debilo ist männlich
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d.-debilo ist offline
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Zitat:
Original von highunix
Allen gehört alles und keinen stört es.
Wo steht davon was? Genau das ist es eben nicht! Aber: Jedem gehört mindestends soviel, dass seine Lebensgrundlage gesichert ist, egal ob er arbeitet oder nicht. Es bekommt ja jeder Mensch, sodass sich dadurch auch keiner benachteiligt fühlen kann! Und wer arbeitet hat automatisch mehr als der, der nicht arbeitet. Jeder kann sich mit seiner Arbeit z.B. eine Firma aufbauen, die ihm dann tatsächlich auch weiterhin gehört. Das ist doch ein guter Anreiz oder? Im Gegensatz zum Kommunismus, in dem Eigentum an Produktionsmitteln (und um diese Art von Eigentum dreht sich der Kommunismus primär) per se als Übel und Diebstahl gilt, und deshalb eine große Differenzierung des Eigentums nicht gewollt ist. Das hat aber nichts mit bedingungslosem Grundeinkommen zu tun, da darf jeder soviel haben wie er will. Auch Biil Gates oder Warren Buffett würde keineswegs enteignet. Aber man kann mit dem Hinweis auf Kommunismus prima eine gute Idee rhetorisch torpedieren...

Zitat:
Original von highunix Aber leider ist der Mensch nunmal nicht so.
Sicher kapiert das nicht jeder. Siehst ja, wie schwer es für mich ist, das hier nachvollziehbar darzustellen. Aber sehr viele Menschen arbeiten nachweislich gerne, wenn ihnen die Arbeit Spaß macht. Schade, dass Du solche in Deinem Umfeld nicht zu kennen scheinst. Den meisten davon ist es dann auch relativ egal, ob von den von ihnen erwirtschafteten Steuern (wie bisher übrigens auch, nur finanzieren wir derzeit eben noch einen ganzen demütigenden und sinnfreien Kontrollapparat dazu!) noch ein paar andere mitfinanziert werden. Denn die konsumieren ja in jedem Fall auch wieder Produkte, die andere mit ihrer Arbeit herstellen, und sich wiederum davon ein Mehr an Lebensqualität schaffen. Das hat sicher nix mit Kommunismus oder asozialem Verhalten zu tun. Viel aber mit Menschenwürde. Außerdem wird das nicht von jetzt auf gleich eingeführt. Aber in immer größeren Bereichen werrden nach und nach die Kontrollsysteme abgeschafft. Das allein dadurch frei werdende Geld kann sehr viel zur Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens in bestimmten Bereichen beitragen, ohne dass ein Steuerzahler auch nur irgendwas davon merkt.

Ziemlich intelligent das Ganze. Wurde auch schon von mehreren Wirtschaftsfachleuten durchgerechnet und hat mehr entscheidende Menschen überzeugt, als man sich so denkt... Das ist ähnlich wie mit dem Internet oder den Computern: Von "brauchen wir nicht" bis "völlig Schwachsinnig" habe ich noch die Urteile der meisten Stammtischschwadroneure in der Anfangszeit der Computerei in Erinnerung. Und heute hat jeder einen zu Hause, oder mindestens in der Hosentasche.

Ich denke mal, bei geschickter Umsetzung (nach und nach ohne Revolution ud Enteignung) wird das bedingungslose Grundeinkommen ebensowenig vermeidbar sein, wie die Einführung des Computers als Massenprodukt.

Schönen Sonntag noch
d.-debilo
19.08.2012 14:39 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Gebby Gebby ist männlich
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Zitat:
Original von d.-debilo
Zitat:
Original von highunix
Allen gehört alles und keinen stört es.
Wo steht davon was?

Im kommunistischen Manifest!? Es ging nicht um das Grundeinkommen, sondern um die Erwähnung der kommunistischen Idee. So habe ich das gelesen.
19.08.2012 15:03 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
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Zitat:
Original von Eddie
Jeder, der Hilfe benötigt hat sie in diesem Staat zu bekommen.
Jeder, der diese Hilfe ausnutzt, hat hier absolut nichts mehr zu bekommen.
Jeder, der hilfebedürftig ist und soziale Leistungen bekommt, hat alles dafür zu tun, die Belastung für die, die zahlen, so gering wie möglich zu halten. [...]


Es wundert mich etwas, dass außer MIG niemand im Forum Eddies Äußerungen unterstützt.
Ist das so eine unpopuläre Meinung?

Zitat:
Original von d.-debilo
[...] Nein, Dein Dampfer war genau richtig! Ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Das Grundeinkommen wird an jeden Menschen gezahlt, egal, ob er arbeitet oder nicht - eben bedingungslos (Außer der Staatsangehörigkeit).


Das nennt man dann laut Wikipedia Transfereinkommen: "Als Transfereinkommen bezeichnet man Einkommen, welches durch den Staat oder andere Institutionen bereitgestellt wird, ohne dass eine konkrete Gegenleistung erfolgt". Und das gibt es schon in der Form von Sozialhilfe und ALG.

Und diese Transferleistungen sind aus gutem Grund nicht bedingungslos.
19.08.2012 15:42 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Gebby Gebby ist männlich
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Zitat:
Original von Der Beobachter
Zitat:
Original von Eddie
Jeder, der Hilfe benötigt hat sie in diesem Staat zu bekommen.
Jeder, der diese Hilfe ausnutzt, hat hier absolut nichts mehr zu bekommen.
Jeder, der hilfebedürftig ist und soziale Leistungen bekommt, hat alles dafür zu tun, die Belastung für die, die zahlen, so gering wie möglich zu halten. [...]


Es wundert mich etwas, dass außer MIG niemand im Forum Eddies Äußerungen unterstützt.
Ist das so eine unpopuläre Meinung?


Ja und nein.
Zitat:
Jeder, der Hilfe benötigt hat sie in diesem Staat zu bekommen.

Ja, sehe ich auch so. Schließlich leistet man einen Teil dazu, darf auch etwas zurückfordern.

Zitat:
Jeder, der diese Hilfe ausnutzt, hat hier absolut nichts mehr zu bekommen.

Das, denke ich, muss erläutert werden.

Zitat:
Jeder, der hilfebedürftig ist und soziale Leistungen bekommt, hat alles dafür zu tun, die Belastung für die, die zahlen, so gering wie möglich zu halten.

Ein definitives NEIN. Begründung für mein nein: Nur weil man keinen Job bekommt, darf man nicht in Zwangsarbeit gezwungen werden. Und, selbst HartzIV-Empfänger zahlen Steuern!!!

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Gebby: 19.08.2012 16:08.

19.08.2012 16:06 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
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Zitat:
Original von Gebby
Zitat:
Jeder, der diese Hilfe ausnutzt, hat hier absolut nichts mehr zu bekommen.

Das, denke ich, muss erläutert werden.


Wie definiert man "ausnutzen"? Das dürfte eine lange Liste werden, die das genau definiert.

Aussage eines ALG-Empfängers, sinngemäß wiedergegeben: "Das Arbeitsamt will dass ich mich in XY bei einer Firma vorstelle. Da muss ich ja um 6 Uhr aufstehen, um um 8 Uhr dort zu sein!...Nee, die spinnen doch!"

Das ist für mich bereits ausgenutzt. Ich musste früher sogar noch früher aufstehen, damit ich um 8 Uhr an meinem Arbeitsplatz war. Das war extrem anstrengend, aber es ist machbar und zumutbar.

Zitat:
Original von Gebby
Zitat:
Jeder, der hilfebedürftig ist und soziale Leistungen bekommt, hat alles dafür zu tun, die Belastung für die, die zahlen, so gering wie möglich zu halten.

Ein definitives NEIN. Begründung für mein nein: Nur weil man keinen Job bekommt, darf man nicht in Zwangsarbeit gezwungen werden. Und, selbst HartzIV-Empfänger zahlen Steuern!!!


Das Wort "Zwangsarbeit" ist hier völlig falsch am Platz. Man muss auch Arbeit annehmen, die vielleicht etwas unangenehmer ist. Das muss ja nicht für immer und ewig sein. Aber wenn man erst wieder einer regelmäßigen Arbeit nachgeht, kann man sich auch für einen anderen Job bewerben. Dann stehen die Chancen auch besser woanders genommen zu werden, da der Arbeitgeber sieht, dass man arbeitswillig ist.
19.08.2012 16:30 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
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Zitat:
Original von Der Beobachter
Wie definiert man "ausnutzen"? Das dürfte eine lange Liste werden, die das genau definiert.

Genau, deswegen mein nachhaken. Kam nichts... unglücklich

Zitat:
Original von Der Beobachter
Aussage eines ALG-Empfängers, sinngemäß wiedergegeben

Sorry für meine Wortwahl, sinngemäß wiedergegeben, kannst du dir sonstwohin stecken, ist meiner bescheidenen Meinung nacht Rhetorik, Meinungsmache von dir, kein konkreter Ansatz.

Zitat:
Original von Der Beobachter
Das Wort "Zwangsarbeit" ist hier völlig falsch am Platz. Man muss auch Arbeit annehmen, die vielleicht etwas unangenehmer ist.

Sehe ich halt anders. Wenn man zu Zeitarbeit gezwungen wird, nenn ich das Zwangsarbeit. Unangenehme Arbeiten ja, aber man muss die auch ausführen können.
19.08.2012 17:04 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
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Zitat:
Original von Gebby
Genau, deswegen mein nachhaken. Kam nichts... unglücklich


Das ist nicht meine Aufgabe, sondern die des Gesetzgebers. In welche Richtung die Liste ginge, die ich schreiben würde, kannst du dir anhand des genannten Beispiels denken.

Zitat:
Original von Gebby
Sorry für meine Wortwahl, sinngemäß wiedergegeben, kannst du dir sonstwohin stecken, ist meiner bescheidenen Meinung nacht Rhetorik, Meinungsmache von dir, kein konkreter Ansatz.


Ansatz? Es war ein konkretes Beispiel. Nicht mehr und nicht weniger. Apropos sinngemäßer Wiedergabe: Ich hätte auch schreiben können "Gedächtnisprotokoll" smile
Meinungsmache? Hier "macht" doch jeder der sich hier äußert Meinung!

Zitat:
Original von Gebby
Sehe ich halt anders. Wenn man zu Zeitarbeit gezwungen wird, nenn ich das Zwangsarbeit. Unangenehme Arbeiten ja, aber man muss die auch ausführen können.


Zeitarbeit ist scheisse. Klarer Fall. Aber besser Zeitarbeit als überhaupt keine Arbeit.
Es verbietet dir niemand, dich in dieser Zeit weiter zu bewerben.

Aber ich sehe, dass wir beide hier sicher nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen... Augenzwinkern
19.08.2012 17:18 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Gebby Gebby ist männlich
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Zitat:
Original von Der Beobachter
Zeitarbeit ist scheisse. Klarer Fall. Aber besser Zeitarbeit als überhaupt keine Arbeit.
Es verbietet dir niemand, dich in dieser Zeit weiter zu bewerben.

Aber ich sehe, dass wir beide hier sicher nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen... Augenzwinkern

Da kommen wir zusammen. Zeitarbeit ist Scheisse, Punkt aus. Zeitarbeit ist besser als keine Arbeit? Prinzipiell schon, aber nicht wenn man rein gezwungen wird, und das passiert hier nunmal.

Ich habe mich beworben und nun endlich auch eine Anstellung gefunden, keine Zeitarbeit (die wollten mich nicht), sondern Mittelstand.

Aber "Es geht um die Menschenwürde!" und die wird mit Zeitarbeit 100%-ig ausgehebelt, der Meinung bin auch ich.

MfG
19.08.2012 17:50 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Der Beobachter Der Beobachter ist männlich
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Ob die Menschenwürde bei Zeitarbeit ausgehebelt wird, kann ich mangels Erfahrung nicht beurteilen...Der Begriff "Menschenwürde" ist auch zu schwammig.
Ich bin gegen Zeitarbeit. Wenn ein Unternehmen Arbeitskräfte braucht, so soll er sie "richtig" einstellen. Meinetwegen begrenzt auf 1 oder 2 Jahre (die Problematik der befristeten Verträge ist ein anderes Thema), aber ein befristeter Vetrag ist in jedem Fall besser als Zeitarbeit.
Noch mal deutlich: Ich würde Zeitarbeit verbieten.
19.08.2012 18:23 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Gebby Gebby ist männlich
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Okay, da sind wir uns also doch 100% einig. großes Grinsen

Gruß und ebueb
19.08.2012 18:26 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Nobbi Nobbi ist männlich
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Ich habe eifrig mit gelesen.
Bis hierhin
Zitat:
Original von Der Beobachter
...

Es wundert mich etwas, dass außer MIG niemand im Forum Eddies Äußerungen unterstützt.
Ist das so eine unpopuläre Meinung?

....

und auch bis zum neuesten Beitrag.

Die 3 Punkte unterstreiche ich weitestgehend.
Zu Punkt 1 ganz klar.

Zu Punkt 2 muss das wie schon Gebby erwähnt näher erläutert werden. Dazu ist mit Sicherheit noch nicht alles geschrieben.
Vielleicht soviel von mir das wenn jemand Unterstützung vom Staat erhält nicht hintenherum noch genug dazu verdient.

Zu Punkt 3 ist aber nicht nur der Arbeit suchende gefragt bzw. in der Pflicht sondern auch die Arbeitgeber. (Z.b. Nicht alles ins Ausland verlegen.)
Vielleicht sollte die Regierung da auch mal ein Auge drauf haben und einschreiten.

So sollten die auch verpflichtet werden, auch wenn eine befristete Anstellung, dies aber auf mindestens 2 Jahre und nicht nur zu Spitzenzeiten wo Arbeitskräfte gebraucht werden und nach z.b. 6 Monaten ist wieder Schluss.
Und außerdem zu den Konditionen die auch die Festangestellten bekommen.


Auch sollte da auf die Qualifikationen geachtet werden, Führerschein - PC-Kenntnisse etc., und nicht nur das Alter mit einbeziehen.



Zum Thema bzw. den Ausführungen einiger hier, zu Zeitarbeit und welche Tätigkeit, ist das nicht ganz einfach.
Natürlich kann man keinen "zwingen" eine Tätigkeit anzunehmen bzw. auszuüben die ganz klar "unwürdig" ist oder z.b. einem Glauben widerspricht.

Die Arbeit suchenden haben es doch schon schwer genug wie sie mit dem "bisschen" Kohle zurecht kommen sollen.
Man muss sich doch nur mal die Foren durchlesen wo sich die Hartz IV ler quasi "Entblößen" müssen.
Was die nicht alles von sich preisgeben müssen.

OK einige schaffen es innerhalb der regulären Arbeitslosigkeit eine Arbeit zu finden.
Aber andere eben nicht.


Abschließend:
Arbeitslose bzw. Hartz IV ler sind auch Menschen und haben Anspruch auf einen gewissen Lebensstandard. Augenzwinkern
19.08.2012 19:30 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
d.-debilo d.-debilo ist männlich
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Zitat:
Original von Eddie Jeder, der Hilfe benötigt hat sie in diesem Staat zu bekommen.
Wenn jeder aber sowieso soviel bekommt, dass er nicht erst hilfsbdürftig wird, muss sich auch niemand mehr um die "Anspruchsberechtigung" kümmern. Finde ich intelligenter.

Zitat:
Original von Eddie Jeder, der diese Hilfe ausnutzt, hat hier absolut nichts mehr zu bekommen.
Keine Hilfsleistung = kein Ausnutzen = kein Verlust mehr des Anspruches. Jeder bekommt das Grundeinkommen: Genau einmal pro Monat in der selben Höhe.

Zitat:
Original von Eddie Jeder, der hilfebedürftig ist und soziale Leistungen bekommt, ...hat er jeden, aber absolut jeden in Deutschland erlaubten Job anzunehmen um Geld zu verdienen und die Sozialkasse zu entlasten. Bekommt er keinen Job, so hat er gemeinnützige Arbeiten zu leisten. Sei es Parkanlagen zu reinigen oder alte Leute zu besuchen um etwas Zeit mit denen zu verbringen. ... Die einen sind so sozial und helfen den anderen, diese müssen aber auch alles tun, um diese Hilfe möglichst gering zu halten.
Kann alles komplett entfallen, da ja niemand mehr als andere der "Sozialkasse" zur Last fällt. Jeder bekommt ja das gleiche Einkommen zum Leben ohne weitere Bedingung zur Verfügung und muss nicht mehr um Hilfe betteln. Also auch die, die sich wegen ihres sonstigen Einkommens nicht auf Sozialhilfe verlassen müssten werden mit demselben Grundeinkommen versorgt wie die, die alleine darauf angewiesen sind. Es wird also niemand mehr benachteiligt oder durch Trickserei bevorzugt. Jeder, der konsumiert trägt durch die auf Waren und Dienstleistungen entfallenden Umsatzsteuern (bis zu 50% statt heute knapp 20%) zur Finanzierung dieses Systemes bei. Wer sich viel leistet eben mehr, wer wenig verdient und ausgibt eben weniger. Gerechter und effektiver geht es vermutlich nicht.

Um ihre bisherigen Jobs und Einkünfte müssen eigentlich lediglich diejenigen bangen, die sich auf dem Kontroletti- und Tricksersystem bisher prima zu Lasten der Allgemeinheit ausruhen konnten: Völlig nutzlose Arbeitsplätzchen in der Sozial- und Arbeitsverwatung und den Schnüffelapparaten der Ämter und deren Gegenspieler der Trickserfraktion der Leistungsempfänger. Die beschäftigen sich gegenseitig und wir produktiv Arbeitenden dürfen diesen Unfug auch noch zahlen... Da werden wohl einige arbeitslos werden und endlich den Staatshaushalt nachhaltig entlasten! Auch die Zeitarbeitsfirmen und andere, die ihre Kohle mit übelster Aubeuterei verdienen werden es erheblich schwerer haben, ihre Pfründe zu sichern. Sie werden entweder anständige Löhne zahlen müssen, oder zu machen. Und gut ists.
19.08.2012 22:29 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Humfrey
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Zitat:
Original von d.-debilo
[...] Jedem gehört mindestends soviel, dass seine Lebensgrundlage gesichert ist, egal ob er arbeitet oder nicht. Es bekommt ja jeder Mensch, sodass sich dadurch auch keiner benachteiligt fühlen kann! Und wer arbeitet hat automatisch mehr als der, der nicht arbeitet.
[...]
Ziemlich intelligent das Ganze. Wurde auch schon von mehreren Wirtschaftsfachleuten durchgerechnet und hat mehr entscheidende Menschen überzeugt, als man sich so denkt... [...]

Ich denke mal, bei geschickter Umsetzung (nach und nach ohne Revolution ud Enteignung) wird das bedingungslose Grundeinkommen ebensowenig vermeidbar sein, wie die Einführung des Computers als Massenprodukt.


Das Prinzip des bedingungslosen Grundeinkommens habe ich verstanden, ich stelle mir allerdings eine entscheidende Frage:

Wenn das Grundeinkommen (also das Geld, welches der Staat all seinen Bürgern monatlich aufs Konto überweist) aus den Steuern derer entsteht, die in irgend einer Form arbeiten, so kippt das System in dem Moment, wenn deutlich weniger arbeiten, als es Bürger gibt.



Extrembeispiel 1:

Wie willst Du verhindern, das an dem Tage, an dem es in Deutschland das bedingungslose Grundeinkommen gibt, plötzlich 7 Milliarden Erdenbürger Asylantrag in Deutschland stellen?

Erst vor 2 Wochen wurde ja vom Bundesverfassungsgericht klargestellt, das jeder in Deutschland geduldete Ausländer ebenfalls Geldzahlungen in Höhe des Existenzminimums zu erhalten hat, sofern er nicht selbst für sich sorgen kann. (Ist ja an sich auch logisch, ein Mensch kann nicht dauerhaft unterhalb des Existenzminimums halbwegs menschenwürdig leben).

Wie sollen dann die etwa 20...30 Mio produktiv arbeitenden Bürger (von 80 Mio Bürgern insgesamt) die dann 7 Milliarden Menschen in Deutschland durchfüttern?

Glaubst Du wirklich, das es in Deutschland genügend Arbeit für 7 Milliarden Menschen gibt? Oder sollen 0,3% Arbeiter das Schlaraffenland von 99,3% der Menschen erarbeiten?

Haben wir 500 Millionen Europäer nicht jetzt schon an den 16 Millionen Griechen genug zu ackern, die wir seit knapp 20 Jahren so nebenbei auf Pump durchfüttern?

Ich habe so das Gefühl, dass das bedingungslose Grundeinkommen nur realisierbar wäre, wenn man dazu die deutsche Grenze dicht macht, und keinerlei Zuwanderung duldet. Dies ist aber aus mehreren guten wie auch schlechten Gründen nicht umsetzbar.



Extrembeispiel 2:

Du wirst jetzt sicherlich wieder Dein Argument mit dem "ja, aber auch die nicht-Arbeiter bezahlen Steuern!" bringen.

Gut.

Nehmen wir an, es gäbe nur genau 4 Bürger: 1 Arbeiter, 1 Kind, 1 Student, 1 Rentner.

Der Arbeiter ackert also Vormittags im Kindergarten, lehrt nachmittags an der Uni und betreut Abends den Rentner im Seniorenheim.


Alle vier bekommen pro Monat 1000 EUR bedingungsloses Grundeinkommen.

Die ersten 4000 EUR nimmt der Staat auf Kredit auf, er will dies mit den zukünftigen Steuereinnahmen finanzieren.

Alle vier Bürger kaufen jeder für 1000 EUR Waren und Dienstleistungen ein, die der eine arbeitende Bürger erschafft. Der Steuersatz betrage pauschal 50%.

Der Staat wird also an Steuern einnehmen:

4x 1000 EUR x 50% = 2000 EUR Steuern, der Rest (ebenfalls 2000 EUR) sind die Einnahmen der Firma des einen Arbeiters, wovon er noch Wareneinsatz, Strom, Wasser usw. zu bestreiten hat.

Jetzt ist der nächste Monat ran, und erneut wollen alle vier Bürger ihr Geld haben, also 4x 1000 EUR, finanziert aus 2000 EUR Steuereinnahmen. Entweder der Staat duldet nicht, das der Arbeiter Geld in seiner Firma übrig hat (ihn also am Monatsende um diese 2000 EUR zwangsenteignet und die Steuern quasi auf 100% erhöht), oder aber es entsteht ein Staats-Haushaltsloch von 2000 EUR.

Irgendwie kann ich nicht erkennen, das diese Formel so funktioniert....


Was geschieht eigentlich an dem Tag, an dem der eine Arbeiter einen Arbeitsunfall hat, und meint "och, 1000 EUR im Monat sind genug, ich bin jetzt erstmal 3 Monate krank, und danach arbeite auch nicht mehr, ist mir zu riskant"? Wer von den anderen dreien (1 Kind, 1 Student, 1 Rentner) bezahlt die Krankenhauskosten?

Ist das dann ein wirtschaftliches Perpetuum Mobile? Keiner arbeitet, die Waren und Dienstleistungen erschaffen sich selber?
19.08.2012 23:20 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
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